„Fire On The Mountain“ – Megan Rooney

 „Fire On The Mountain“ ist eine in der Kunsthalle Düsseldorf präsentierte Ausstellung mit Werken der kanadischen Künstlerin Megan Rooney. In einer erstmals institutionell realisierten monografischen Schau erhält der Besucher einen umfassenden Einblick in das aktuelle künstlerische Schaffen Rooneys. Das Zentrum des Ensembles von 18 Arbeiten, die explizit für diese Ausstellung geschaffen wurden, stellt dabei ein 17 x 8 m großes in situ Wandgemälde dar.

Rooney, Megan: „Fire On The Mountain“, 2019, Acryl, Wandfarbe, Pastell, Öl-Stick, Sprühfarbe,
1700 x 800 cm.

Rooney wurde 1985 in Kapstadt geboren und verbrachte ihre Kindheit zwischen Südafrika, Brasilien und Kanada. Nach Aufenthalten in Rio de Janeiro und Mexico City studierte sie an der Universität Toronto und am Goldsmith College. Seit nunmehr zehn Jahren lebt und arbeitet sie jedoch dauerhaft in London. Rooneys Werke und Performances wurden bereits europaweit ausgestellt sowie aufgeführt.

Rooney, Megan: „Homespun“, 2019, Acryl, Öl, Pastell auf Leinwand, 150 x 200 cm.

Als Grenzgängerin zwischen Malerei, Installation, Performance und Sprache vermag Rooney es, tiefgreifende Narrationen zu schaffen. Grundlage ihrer Betrachtung ist dabei stets das Alltägliche, der menschliche Körper und sein Umfeld. Dinge, die uns vertraut erscheinen, werden von Rooney in den Fokus gerückt. Dies sind vor allem alltägliche Gegenstände wie Putzlappen oder Sonnenschirme, die mit Baustellenmaterialien, wie Pylonen oder Industriefässern kombiniert werden.

Rooney, Megan: „The Three Graces“, 2019, Metall, Acrylstoff, Farbe, Sand, versch. Materialien.
Rooney, Megan: „Kaputt! Kaputt!“, 2019, Ölfässer, Zement, Farbe, versch. Materialien.

Elementarer Bestandteil der Arbeiten ist zudem der Aspekt der Vergänglichkeit, da die Werke zumeist ortsspezifische Arrangements bilden. Das explizit für die Kunsthalle angefertigte Wandgemälde wird beispielsweise am Ende der Ausstellung wieder übermalt, was Teil der Arbeit selbst ist und für Rooney zum künstlerischen Prozess dazugehört. Die Schönheit dieser Welt liegt für die Künstlerin in den kleinen Dingen, im Alltäglichen und der Flüchtigkeit alles Materiellen.

Rooney, Megan: „Exiled“, 2019, Sand, Kehrmaschinenbürsten, Golfschläger, Seil.
Rooney, Megan: „Dodge Ford Toyota Idaho“, 2019, Acryl, Öl, Pastell auf Leinwand, 150 x 200 cm.
Rooney, Megan: „Untitled (Selfportrait)“, 2019, Acryl, Öl, Pastell auf Leinwand, 150 x 200 cm.

Dies spiegelt sich auch in einer weiteren zentralen Thematik ihrer Arbeiten wider, in welcher der menschliche Körper zur Grundlage allen Schaffens wird. Fragmentarisch, verzerrt und zuweilen grotesk lassen sich zahlreiche menschliche Körperteile oder Gesichter in ihren Werken erkennen, die auf bizarre, manchmal unheimliche Weise dem Betrachter entgegentreten. Der Körper als solcher, insbesondere der weibliche, wird als verletzliches Gebilde gezeigt, in dessen Vergänglichkeit und Verwundbarkeit gerade auch seine ihm eigene Schönheit begründet liegt.

Rooney, Megan: „Old Baggy Root“, 2018/19, Acryl, Tusche, Bleistift, Kohle, Pastellkreide auf Papier, 40 Arbeiten à 56 x 38 cm.
Rooney, Megan: „Clack-Clack-Bang-Bang“, 2019, Metall, Farbe, Plastiktüte.
Rooney, Megan: „Old Baggy Root“, 2018/19, Acryl, Tusche, Bleistift, Kohle, Pastellkreide auf Papier, 40 Arbeiten à 56 x 38 cm.

Rooneys Schaffen zeichnet sich durch humorvolle zuweilen absonderliche Darstellungen des Alltäglichen aus. Im Auge des Betrachters sind ihre Werke dabei einem ständigen  Wandel unterzogen, der sich aus wechselnden Perspektiven ergibt. Je nachdem welche Position der Besucher in der Ausstellung einnimmt, verändert sich auch das Ensemble der miteinander in Beziehung stehenden Werke. Die Künstlerin rückt bestimmte Gegenstände ins Zentrum der Betrachtung, die jedoch vom Betrachter selbst in einen Zusammenhang gebracht werden und in dessen Kopf sich eigene Narrationen entspinnen.

Rooney, Megan: „Renter’s Paradise“, 2019, Straßenschilder, Stoff, Seil, versch. Materialien.

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